Vogelmoostag, 1. September 2018

 

Eintauchen in das Leben der Ringelnatter

 

Voller Erwartung und trotz Regen trafen sich am letzten Samstag, 1. September 2018 eine ansehnliche Schar bei der Bromenhütte in Neudorf. Das Thema Ringelnatter scheint doch von grossem Interesse zu sein. Rolf und Urs Jost erzählten uns sehr eindrücklich vom Leben dieses faszinierenden Lebewesens. Sie präsentierten uns einige gerade eben geschlüpfte, ca. 20 cm grosse Ringelnattern. Diese kleinen Tiere erfreuten die Erwachsenen, aber auch  ganz besonders die Kinder, die diese natürlich alle einmal behutsam in die Hand nehmen durften.

Für viele Ringelnatter-Populationen bilden neben den Nahrungsressourcen besonders das Angebot an limitierten Eiablageplätzen ein Problem. Ringelnattern legen ihre Eier gerne in warme und relativ feuchte Erdhaufen ab und überlassen die Eier sich selbst. Der Grund ist die entstehende Wärme, welche durch das verrottende Material entsteht und diese gleichzeitig die Sonnenstrahlen absorbieren.

Die im Kanton Luzern heimische Barrenringelnatter ist auf der «Schweizerischen Roten Liste» der Reptilien als verletzlich eingestuft. Der Rückgang dieser ungefährlichen Schönheit ist hauptsächlich auf die Zerstörung ihrer Lebensräume zurückzuführen. Um als Population zu überleben, benötigt die Ringelnatter verschiedene Lebensraumelemente, wie genügend grosses Nahrungsangebot, Eiablagestellen, Aufwärmplätze, Schutz vor Fressfeinden, Vernetzungsstrukturen und Winterquartiere.

Die Ringelnatter ist eine gute Schwimmerin, die bei Gefahr meist ins Wasser flüchtet und abtaucht. Anfang April verlassen die Schlangen ihre Überwinterungsplätze. Die Paarung findet im Mai statt. Oft finden sich dabei an günstigen Plätzen mehrere Tiere zusammen. Die Eier werden im Juli in Komposthaufen, Misthaufen oder anderen vermodernden, feuchten und sich gut wärmenden Stellen abgelegt. Je nach Grösse der Weibchen beträgt die Eizahl zwischen zehn und dreissig nicht selten bis fünfzig Stück. Die Jungtiere schlüpfen gegen Ende August und sind zu diesem Zeitpunkt ca. 20 cm lang.

Ringelnattern sind nicht wehrhaft und besitzen viele Feinde. Daher sind sie sehr scheu und fliehen bei der geringsten Störung. Gelingt dies nicht, flachen manche Tiere den Kopf etwas ab, zischen laut und führen Scheinbisse aus, um den Gegner einzuschüchtern. Echte Bisse sind selten und ungefährlich. Wird die Natter berührt, verspritzt sie durch Bewegungen des Hinterkörpers eine übelriechende Flüssigkeit. Als äusserste Massnahme stellen sich viele Tiere tot, indem sie ihr Maul öffnen, die Zunge heraushängen lassen und den Körper verdrehen.

Die Nahrung besteht vor allem aus Fröschen, Kröten, Molchen und Fischen. Auch Eidechsen und Mäuse werden gelegentlich verzehrt. Die Ringelnatter tötet ihre Opfer nicht, sondern beginnt meist von hinten die noch lebende Beute zu verschlingen.

Nach diesen eindrücklichen Erklärungen begab sich die ganze Gruppe zum Weiher im Vogelmoos, um die kleinen, frisch geschlüpften Tierchen in die Natur auszusetzen. Die Kinder hatten natürlich einen Riesenspass und wollten das gleich selber machen.

So erlebten die Vogelmoosfreunde einen lehrreichen und höchst interessanten Vormittag. Ein herzliches Dankeschön gebührt Urs und Rolf Jost für ihre fachkundigen Ausführungen.

 

Text und Bilder: Yvonne von Allmen

 

                                                                                                                                                    

Mit grossem Interesse verfolgten die Anwesenden den

Erläuterungen von Rolf Jost.

Eine vor wenigen Stunden geschlüpfte Ringelnatter,

die erst ca. 20 cm gross ist.

Behutsam halten Kinderhände die junge Ringelnatter.

Eier von Ringelnattern, welche sehr

weich und ca. 2 cm gross sind. Sie

befinden sich in einem Erdhaufen .

unter Veranstaltungen ist das Ergebnis unseres Vogelmoos-Tages vom

1. September 2018 ersichtlich.